09.05.2012 Information: Wirtschaftlicher und familienfreundlicher

  • Veröffentlicht am: Mai 09, 2012

Die Familienplattform Ostschweiz lanciert eine Initiative, um die Umgestaltung von Unternehmenskulturen und die Einrichtung flexibler Arbeitszeitmodelle zu unterstützen. Besonders praktisch: Der Online-Check zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie (Befa-Check) in Unternehmen.

Der Verein Familienplattform Ostschweiz (FPO) entspricht mit seinem Engagement dem wachsenden Bedürfnis nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Christof Stürm, Präsident der FPO, weiss aus seiner eigenen Erfahrung als Unternehmensleiter, dass immer mehr Arbeitskräfte Beruf und Familie besser koordinieren möchten: «Wir wollen unseren Mitarbeitenden die Chance geben, aktiv im Berufsleben zu stehen und gleichzeitig das Privatleben optimal organisieren zu können.»

Standortbestimmung ermöglichen
Der kostenlose Befa-Check ist eine Initiative der Familienplattform, die von Personal- und Unternehmensleitern geschätzt werde, so Stürm: Er kann einfach auf dem Internet ausgefüllt werden und soll es den Unternehmen ermöglichen, eine Standortbestimmung punkto Familienfreundlichkeit zu machen. Der Check untersucht sechs Handlungsfelder – dazu gehören die familienpolitischen Angebote, das betriebliche Gesundheitsmanagement, die Personalentwicklung und -politik, die Arbeitsgestaltung, die Unternehmenskultur, Führungsaspekte und demografische Merkmale. Die Auswertung erfolgt unmittelbar nach dem Ausfüllen: Sie wird per Mail an den Ausfüllenden verschickt und ist eine praktische Handlungsempfehlung, die aufgrund der Antworten elektronisch unterstützt automatisch generiert wird. Unternehmensverantwortliche erfahren zum Beispiel, was sie im Umgang mit ihrem Personal besser machen könnten und wie eine Firma davon auch betriebswirtschaftlich profitieren kann. Mitglieder der Familienplattform Ostschweiz erhalten zur Online-Auswertung kostenlos ein persönliches Auswertungsgespräch vor Ort.

Lernen von den Besten
Stürm will Unternehmen darüber hinaus Anreize geben, um die eigene Unternehmenskultur zu überdenken und flexible Arbeitszeitmodelle anzudenken. Die FPO strebe zum Beispiel eine Erfahrungsgruppe über beste Lösungen für Familienfreundlichkeit an. Zudem wolle die FPO auch einen verstärkten Fokus darauf legen, wie das Know-how älterer Mitarbeitender besser genutzt werden könne. Besonders motivierend findet Stürm das Beispiel der Versicherungsgesellschaft AXA Winterthur, die für ihre vorbildliche Personalpolitik bereits mehrfach ausgezeichnet worden – so etwa auch diesen April von der Fachstelle für Familien- und Erwerbsarbeit für Männer und Frauen (UND). Die St. Gallerin Yvonne Seitz berichtete an einem ersten Erfahrungsaustausch über die Kultur der Familienfreundlichkeit und über  innovative Arbeitszeitmodelle in ihrem Unternehmen.

Hohe Priorität
Die FPO ist breit abgestützt. Dies wurde auch an der Verleihung des Unternehmerpreises Ostschweiz des Swiss Venture Clubs (SVC) deutlich: Alle Finalisten haben unter anderem einen Gratis-Befa-Check erhalten. Marcel Küng, SVC Regionalleiter Ostschweiz bestätigt, dass die Familienfreundlichkeit je länger desto ausschlaggebender sei für den Erfolg von Unternehmen. Er stellt fest, dass zahlreiche Finalisten der letzten Jahre viel für die Familienfreundlichkeit gemacht hätten. Die Thematik gewinne laufend an Bedeutung, denn: «Wir stellen gerade bei erfolgreichen Unternehmen fest, dass sie die Belange der Mitarbeitenden weit oben auf die Prioritätenliste setzen.» Die Familienfreundlichkeit sei generell ein Teil der gewachsenen Unternehmenskultur und ein wesentliches Element für die Mitarbeiterzufriedenheit.

Familienfreundliche Gewinnerin
Stürm freut sich deshalb, dass sich auch die Gewinnerin des fünften SVC Unternehmerpreises Ostschweiz die Familienfreundlichkeit auf die Fahne geschrieben hat: Die Lengwiler Microdiamant AG habe einen eigenen Ansatz gewählt: Die Mitarbeitenden können bei der Geschäftsleitung Wünsche bezüglich Anzahl Wochenstunden und Ferientagen für das Folgejahr anmelden. Ausgehend von der Normalarbeits- und Ferienzeit werden die  Eingaben – soweit als möglich – berücksichtigt und der Lohn entsprechend angepasst. Stürm: «Dieses Modell ist attraktiv und fördert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.»