09.01.2006 Presseartikel: Das Modell Familie muss konkurrenzfähig sein

  • Veröffentlicht am: Jan 09, 2006

In der Schweiz kommen immer weniger Kinder zur Welt. Deshalb, und nicht weil die Menschen älter werden, droht die Schweiz zum Altersheim zu werden.

Das Hauptsächliche Hindernis bei der Familiengründung ist aus Sicht der jungen Paare die Schwierigkeit, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Paare schieben den Entscheid, eine Familie zu gründen, immer weiter hinaus. Sie konzentrieren sich auf die Ausbildung und den beruflichen Aufstieg. Frauen wägen zudem genauer ab, ob sie mit dem aktuellen Partner das Abenteuer Familie wagen wollen. Sie stellen klarere Bedingungen an die Organisation und Aufteilung der verschiedenen Aufgaben rund um die Familie und sind weniger bereit zu glauben, dass es dann schon irgendwie eine Lösung gibt.

Die Frage ob jemand Vater oder Mutter werden will, wird nicht nur rational, sondern auch emotional entschieden. Wollen wir zu einer familenfreundlichen Gesellschaft werden, müssen wir auch auf beiden Ebenen Antworten geben. Junge Paare müssen eine Gesellschaft sehen, die Perspektiven bietet, die Kinder willkommen heisst. Junge Paare müssen sehen, dass sie weiterhin beruflich aktiv sein und ein genügendes Einkommen für eine Fmailie erzielen können.

Die jungen Menschen WOLLEN Kinder. Sie wollen aber auch beruflich weiterkommen. Wir sollten sie darin unterstützen, indem wir Rahmenbedingungen schaffen, die das Lebensmodell Familie gegenüber anderen Möglichekiten wieder konkurrenzfähig macht.

Bereits heute verzichten immer mehr Paare auf Kinder. Bei den Akademikerinnen bleiben vier von zehn Frauen kinderlos. Bald wird es die Hälfte aller Frauen sein. Was diese Entwicklung für die Gesellschaft emotional und sozial bedeutet, können wir nur erahnen. Klarer sind die ökonomischen Folgen. Dieser Geburtenstreik wird uns teuer zu stehen kommen, allein wenn wir bedenken, dass über 80 Prozent der Pflegeleistungen von Familienangehörigen übernommen werden. Im Vergleich zu diesen Kosten sind die heutigen Investitionen für die Kinderbetreuung ein Billigangebot.

Quelle: TA vom 09.01.06