07.02.2007 Studie: Produktiver dank Kinderkrippe

  • Veröffentlicht am: Feb 07, 2007

Die Hälfte der Schweizer würde am Arbeitsplatz mehr leisten, wenn sie für ihren Nachwuchs eine fachkundige und günstigere Kinderbetreuung in Anspruch nehmen könnte. Wegen des Mangels an Betreuungsplätzen gehen der Schweizer Wirtschaft wertvolle Ressourcen verloren.

Die Mehrheit der Schweizer Eltern würden mehr arbeiten, wenn ihre Kinder besser betreut wären.

Die Schweiz ist in puncto Kinderbetreuung noch ein Entwicklungsland, kommt der Personaldienstleister Kelly Services in einer Umfrage zum Schluss. Gaben in Schweden 72 Prozent der Befragten an, eine staatlich subventionierte Betreuung zu nutzen, waren es in der Schweiz nur gerade 14 Prozent. Während sich ein Teil privat organisierte, hatten 57 Prozent keine Kinderbetreuung. In diesem Punkt lag die Schweiz neben Frankreich im Ländervergleich an der Spitze. Insgesamt wurden 70’000 Personen in 28 Ländern befragt, davon 2600 in der Schweiz.

Kinderkrippe steigert Leistungsfähigkeit der Eltern

Dabei sind 65 Prozent der Schweizerinnen und immerhin 39 Prozent der Schweizer der Meinung, sie würden mehr oder länger arbeiten, wenn für eine adäquate Kinderbetreuung gesorgt wäre. Sie glauben auch, dass ihre Arbeit produktiver wäre. Bei jungen Eltern bis 24 Jahren ist das Bedürfnis nach Kinderbetreuung besonders gross. 53 Prozent der Beschäftigten mit Universitätsabschluss oder höherer Ausbildung würden sich bei besseren Betreuungsmöglichkeiten beruflich mehr engagieren. Prekär kann die Situation laut Kelly für alleinerziehende Elternteile werden, die auf die Berufstätigkeit angewiesen sind. Unzufrieden mit der Betreuungssituation zeigen sich vor allem die Beschäftigten im Gesundheitswesen mit 68 Prozent und Call-Center-Agents mit 59 Prozent. Zusätzlich erschwerend fällt bei diesen beiden Berufsgruppen die unregelmässige Arbeitszeit ins Gewicht.

Über Kosten und Wartelisten besorgt

Das grösste Problem sind in der Schweiz die hohen Kosten für die Betreuung. Daneben wurden auch die Qualitätsstandards und die Wartelisten als problematisch empfunden.

(krj/ap)