01.06.2012 Information: Anlaufstelle von Frauen für Frauen

  • Veröffentlicht am: Jun 01, 2012

Die Infostelle Frau+Arbeit bietet Information und Beratung an zum Themenkreis Arbeit/Erwerbsleben und damit auch der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.  Als eine der kleinsten Thurgauer Fachstellen arbeiten wir unbürokratisch, niederschwellig und praxisbezogen. Eine Besonderheit unserer Fachstelle ist das Beieinander von Rechtsberatung (in Arbeits- und Gleichstellungsrecht) und Berufs- resp. Laufbahnberatung.

Sechzehn Jahre sind seit der Verankerung der Gleichstellungsbestimmungen in einem Bundesgesetz verstrichen, doch ist die rechtliche Gleichstellung von Frau und Mann im Erwerbsleben noch lange keine Selbstverständlichkeit. Von den Folgen der Diskriminierung sind längst nicht nur Frauen betroffen. Männer werden beispielsweise zwar als Väter wahrgenommen, leider aber oftmals auf die Rolle als Ernährer fixiert. So wird mancher Antrag auf eine Reduktion der Arbeitszeit aus familiären Gründen von Männern zurückgewiesen, wohingegen Frauen die besseren Chancen haben. Doch auch die Lohnungleichheit schränkt die freie Wahl der Eltern auf die Betreuungsvariante ein. Wenn der Mann für die gleiche Arbeit mehr verdient, wird nicht lange gerätselt, wer die Betreuung des Kindes übernimmt und wer für das Einkommen sorgt. Diskriminierung hat weitreichende Folgen. Wer Probleme am Arbeitsplatz hat, fühlt sich in der Regel damit überfordert und allein gelassen. Umso wichtiger ist es für jede betroffene Frau und jeden betroffenen Mann, wenn sie die Beratung, Unterstützung und Begleitung einer erfahrenen juristischen Fachperson in Anspruch nehmen können.

Antonella Bizzini, Juristin der Infostelle Frau+Arbeit: „In der juristischen Beratung geht es um Probleme und Konflikte am Arbeitsplatz: Kündigung und Entlassung, Schwangerschaft und Mutterschaft, Gestaltung der Arbeitsbedingungen, sexuelle Belästigung, Mobbing, Lohn usw. Ich informiere die Frauen über ihre Rechte und kläre sie auf über ihre Pflichten. Die Männer finden Unterstützung im Bereich der Vereinbarkeit Familie und Beruf. Wir besprechen die Vorteile der verschiedenen Handlungsmöglichkeiten und entwickeln Strategien. Ich kann sie unterstützen beim Verfassen von Briefen, anstehende schwierige Gespräche können wir vorbereiten. Unter Umständen verhandle ich auch direkt mit dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin. Immer jedoch entscheidet die Frau respektive der Mann selbst, welchen Weg sie gehen will, wie das weitere Vorgehen ist, ob sie einen Vergleichsvorschlag akzeptiert. Die Frauen werden ermutigt, selbst zu bestimmen und nicht mehr nur zu reagieren, sondern zu agieren."

Ein ebenso wichtiger Aspekt der Gleichstellung ist das ausgewiesene Bedürfnis vieler Frauen nach einer konkreten Unterstützung auf ihrem Weg des beruflichen Wiedereinstiegs, sei es nach der Familienphase oder einer Zeit der Arbeitslosigkeit.

Verena Wüthrich-Peter nennt als Schwerpunkte ihrer Beratungstätigkeit als Berufs- und Laufbahnberaterin die Unterstützung von Frauen, die eine Stelle suchen, sich beruflich weiter entwickeln möchten oder Probleme damit haben, Familie und Beruf zu vereinbaren. Sie brauchen Unterstützung für ihre berufliche Laufbahn oder Orientierungs- und Entscheidungshilfe für Aus- und Weiterbildungen.

„Erst wenn die persönliche Ausgangslage geklärt und das Vertrauen in das eigene Potenzial vorhanden ist, ist die zielgerichtete Auseinandersetzung mit den beruflichen Anforderungen und Perspektiven möglich. Die Rückkehr in den Beruf setzt ein gestärktes Selbstvertrauen und aktives Handeln voraus."

Eine weitere Dienstleistung der Infostelle Frau+Arbeit ist die Zeugnisberatung durch eine Fachfrau. Wenn Frauen mit dem Inhalt oder der Form ihres Arbeitszeugnisses nicht einverstanden sind, können sie mit Silvia Gysi-Winiger Kontakt aufnehmen. Sie überprüft die formalen Kriterien, die Vollständigkeit, die sprachlichen Formulierungen, die Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen. Darauf tritt sie mit  der Arbeitgeberseite in Kontakt und sucht das Gespräch, bis eine Lösung gefunden ist, die allen Anforderungen stand hält.

Sehr wichtig ist uns auch die Zusammenarbeit mit anderen Fachstellen: Wir legen grossen Wert auf einen persönlichen Kontakt mit den Stellen, die in derselben Thematik oder an Schnittstellen tätig sind, wie z.B. die Arbeitslosenkasse oder die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren, die Berufs- und Studienberatung, Sozialämter, Fürsorge, aber auch andere Fachstellen wie z.B. die Dienststelle für Arbeitslose, die Gewerkschaften, Caritas, Familienberatungsstellen etc..Der gute Kontakt zahlt sich für unsere Klientinnen aus: Oft lassen sich ganz unbürokratisch Termine vereinbaren oder weiteres Fachwissen abholen ohne lange Wartezeiten. Im Gegenzug geben wir gerne auch unser Fachwissen an andere Stellen weiter wie z.B. eine kurze telefonische Einschätzung der rechtlichen Möglichkeiten, eine Vergewisserung, ob die Beraterin oder der Berater eine Situation richtig beurteilt, Möglichkeiten für weiteres Vorgehen. Diese Art von Zusammenarbeit und Vernetzung erleichtert die Arbeit und bringt einen Gewinn für alle Beteiligten.

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